July 29, 2026

Feldmäuse Die Politik ist am Zug top agrar

Unter optimalen Bedingungen können Feldmäuse bis zu 3 Jahre alt werden, doch durch viele aktive Fressfeinde werden sie oft nur wenige Monate alt. Zu den Fressfeinden gehören Greifvögel, wie Bussarde, Eulen und Falken, sowie Füchse, Wieselarten und Wild- aber auch Hauskatzen.. Wie groß wird eine Feldmaus? Was frisst sie? Ist sie gefährlich? Im Steckbrief erfahren Sie alles über Lebensweise, Verhalten, Nachwuchs & Spuren im Garten.

Die Feldmaus (Microtus arvalis) ist ein Säugetier aus der Unterfamilie der Wühlmäuse (Arvicolinae). Sie ist als typischer r-Stratege eines der häufigsten Säugetiere Mitteleuropas und zeigt zyklische Massenvermehrungen.

Merkmale

Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 90–120 mm, die Schwanzlänge 25–38 mm, die Länge des Hinterfußes 14,5–16 mm, selten bis 17 mm und die Ohrlänge 9–12 mm. Die Tiere wiegen meist 18–40 g, selten bis 51 g. Das Fell ist oberseits gelblich grau, im Westen des Verbreitungsgebietes mehr braun, im Osten mehr grau. Die Unterseite ist weißlich und gelegentlich rostgelb überhaucht.

Die natürliche Lebensdauer der Feldmäuse liegt bei etwa 2–3 Jahren, jedoch werden die meisten Tiere, bedingt durch die natürlichen Gegenspieler, keine 3 Monate alt.

Verbreitung und Lebensraum

Das Verbreitungsgebiet der Feldmaus umfasst große Teile der westlichen, zentralen Paläarktis. Es reicht in West-Ost-Richtung vom westlichen Spanien und der westlichen Bretagne bis in den Westen der Mongolei. In Nord-Süd-Richtung reicht das Areal vom nördlichen Dänemark und dem äußersten Südosten Finnlands bis Zentralspanien, in den Norden Italiens, den Süden Bulgariens und den Nordosten der Türkei. Isolierte Vorkommen gibt es auf den britischen Orkney-Inseln sowie in der nördlichen zentralen Mongolei und dem angrenzenden Sibirien.

Die Feldmaus bewohnt vor allem die offene, landwirtschaftlich genutzte Kulturlandschaft, also Äcker, kurzgrasige Wiesen und Weiden, aber zum Beispiel auch Dünen und trockene und sehr offene Kiefernwälder.

Systematik

Neben der Nominatform wird die Unterart M. a. obscurus anerkannt, die sich nur karyologisch von der Nominatform abgrenzen lässt und von manchen Autoren auch als eigene Art betrachtet wurde. Die Verbreitung der beiden Unterarten ist parapatrisch. Die östliche Verbreitungsgrenze von M. a. arvalis verläuft vom Fluss Dnjestr in der Ukraine und Moldawien nach Nordosten; das Areal von M. a. obscurus schließt östlich an das der Nominatform an.

Die Orkney-Feldmaus (Microtus arvalis orcadensis) ist genetisch der kontinentalen Maus (Microtus arvalis) ähnlich. Ihre Überreste wurden in Ablagerungen von Skara Brae und am Ness of Brodgar gefunden, was ihre Anwesenheit auf Orkney seit mindestens 4.600 Jahren belegt. Sie unterscheidet sich von Microtus arvalis dadurch, dass sie deutlich größer wird, die kürzeren runden Ohren und den kürzeren Schwanz.

Lebensweise

Die Feldmaus frisst Gras, Kräuter, Sämereien und Getreide. Die Tiere leben in mäßig dichten bis sehr dichten Kolonien in komplexen Erdbauen. Die Eingänge der Baue sind über ein verzweigtes System oberirdischer und zum Teil viele Meter langer Laufgänge miteinander verbunden. In hohem Schnee werden diese Laufgänge nach oben mit Erde ausgekleidet. Die Kotplätze befinden sich in den Laufgängen. Feldmäuse sind tag- und nachtaktiv. Eine Aktivitätsphase dauert drei bis vier Stunden, worauf dann eine ebenso lange Ruhephase folgt.

Fortpflanzung und Siedlungsdichte

Die Nestkammern liegen meist in etwa 50 cm Tiefe. Die Feldmaus ist ein ausgeprägter r-Stratege und der Bestand schwankt zyklisch sehr stark. Die Art zeigt zahlreiche Anpassungen an eine schnelle Vermehrung bei guten Bedingungen (hohes Nahrungsangebot und günstige Witterung), unter anderem sehr große Würfe mit bis zu 13 Jungen, eine schnelle Wurffolge, eine extrem frühe Geschlechtsreife, eine Fortsetzung der Reproduktion auch im Winter und die Bildung von Nestgemeinschaften durch mehrere Weibchen eines Wurfes, in denen die Weibchen auch fremden Nachwuchs säugen.

Die Tragzeit beträgt im Mittel 21 Tage, die frisch geborenen Jungmäuse wiegen im Mittel 1,4 g. Die Augen öffnen sich im Alter von 11 Tagen; die Säugezeit beträgt 17 bis 19 Tage. Weibchen sind bereits im Alter von 12–14 Tagen geschlechtsreif, das heißt noch während der Säugezeit, und werden dann auch bereits häufig begattet. Die daraus resultierende Trächtigkeit nennt man auch Säuglingsträchtigkeit. Den ersten Wurf kann ein Weibchen daher bereits im Alter von 33 Tagen zur Welt bringen. Begattungen unmittelbar nach der Geburt der Jungen sind häufig, so dass die Weibchen unter optimalen Bedingungen alle 20 Tage werfen können.

Der lokale Bestand schwankt infolge der zyklischen Massenvermehrungen sehr stark. Gradationen mit maximaler Dichte treten in Mitteleuropa meist alle drei Jahre auf, in solchen Jahren können mehr als 1000 Individuen pro Hektar leben. Diese Maximalbestände brechen durch Hunger und Erschöpfung meist plötzlich und sehr schnell zusammen, im Normalfall folgt auf ein Gradationsjahr daher ein sogenanntes Latenzjahr mit sehr niedriger Bestandsdichte.

Natürliche Feinde

Aufgrund ihrer großen Häufigkeit zumindest in Gradationsjahren stellt die Feldmaus eine Hauptbeute für zahlreiche Greifvögel, Eulen und Raubsäuger dar. In Mitteleuropa sind insbesondere der Turmfalke, die Waldohreule und das Mauswiesel ausgesprochene Feldmausjäger.

Bestandsreduzierung in Gartenbau und Landwirtschaft

Die Feldmaus gehört seit langem zu den bedeutendsten Schädlingen in Landwirtschaft und Gartenbau.
Insbesondere in Regionen mit besseren, tiefgründigen Ackerböden mit gutem Nahrungsangebot und guter Deckung, in Gegenden mit Jahresniederschlagsmengen bis 550 mm (Mitteldeutsches Trockengebiet), auf pfluglos bestellten Flächen, auf mit Winterraps oder Wintergetreide bestellten Flächen sowie mehrjährigen Futterkulturen, in Klee- und Grassamenvermehrungsbeständen treten Feldmäuse häufig in erntebedrohenden Quantitäten auf. Die Bekämpfung erfolgt alljährlich mechanisch durch Pflügen (Zerstörung der Gänge und Nistkammern), bei geringem Mäusebefall durch Aufstellung von Sitzkrücken für mäusejagende Greifvögel. Bei hohem Befall erfolgt die Bekämpfung durch Giftköder mit Zinkphosphid. Um die Aufnahme durch Vögel und andere Wildtiere zu vermeiden, müssen die Köder so ausgebracht werden, dass sie nur für die Mäuse zugänglich sind. Das kann durch Ablegen tief in den Feldmausgängen mit Hilfe einer sogenannten Legeflinte oder durch Ausbringen in nur Mäusen zugänglichen Köderstationen geschehen.

Bestand und Gefährdung

Die Feldmaus ist als eines der häufigsten Säugetiere in Mitteleuropa und in Deutschland ungefährdet; der Weltbestand ist laut IUCN ebenfalls ungefährdet.

Quellen

Literatur

  • Christine C. K. Boyce, Jesse L. Boyce III: Population biology of Microtus arvalis. I. Lifetime reproductive success of solitary and grouped breeding females. In: Journal of Animal Ecology. Bd. 57, Nr. 3, 1988, ISSN 0021-8790, S. 711–722.
  • Fritz Frank: The Causality of Microtine Cycles in Germany (Second Preliminary Research Report). In: The Journal of Wildlife Management. Bd. 21, Heft 2, 1957, ISSN 0022-541X, S. 113–121.
  • Anthony J. Mitchell-Jones, Giovanni Amori, Wieslaw Bogdanowicz, Boris Krystufek, P. J. H. Reijnders, Friederike Spitzenberger, Michael Stubbe, Johan B. M. Thissen, Vladimiŕ Vohralik, Jan Zima: The Atlas of European Mammals. Poyser, London, 1999, ISBN 0-85661-130-1, S. 228–229.
  • Erwin Stresemann (Begründer), Konrad Senglaub (Hrsg.): Exkursionsfauna von Deutschland. Band 3: Wirbeltiere. 12., stark bearbeitete Auflage. G. Fischer, Jena u. a. 1995, ISBN 3-334-60951-0, S. 425.

Einzelnachweise

Weblinks

  • Microtus arvalis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2006. Eingestellt von: Amori, G., Hutterer, R., Kryštufek, B., Yigit, N., Mitsain, G. & Muñoz, L. J. P., 2008. Abgerufen am 3. November 2009.
  • spurenjagd.de: Feldmaus – Spurendatensammlung


Feldmaus oder Wühlmaus? So erkennst du

Feldmaus oder Wühlmaus? So erkennst du sie in deinem Garten! Patronus


Wie leben Fledermäuse? DieMaus WDR YouTube

Wie leben Fledermäuse? DieMaus WDR YouTube


Mäuse vermehren sich rasant Wie Landwirte

Mäuse vermehren sich rasant Wie Landwirte ihre Felder jetzt schützen


Naturspielgruppe „Die Feldmäuse“ Kerschenhof

Naturspielgruppe „Die Feldmäuse“ Kerschenhof


Seltene Aufnahmen Feldmäuse zeigen ihre akrobatischen

Seltene Aufnahmen Feldmäuse zeigen ihre akrobatischen Künste


SWISSINNO Feldmaus erkennen & vertreiben Schutz

SWISSINNO Feldmaus erkennen & vertreiben Schutz für Garten & Haus


Lage ist hoch problematisch Wo Feldmäuse

Lage ist hoch problematisch Wo Feldmäuse derzeit zur Plage werden


ᐅ Feldmaus bekämpfen So machen Sie

ᐅ Feldmaus bekämpfen So machen Sie es richtig [2023]


Wie Alt Werden Mäuse In Der

Wie Alt Werden Mäuse In Der Natur? Faktoren, die die Lebensdauer


Feldmaus Steckbrief NATUVA

Feldmaus Steckbrief NATUVA


Deutsche Wildtier Stiftung Feldmaus

Deutsche Wildtier Stiftung Feldmaus


Jäger und Gejagter Mauswiesel und Feldmaus

Jäger und Gejagter Mauswiesel und Feldmaus im ökologischen


Feldmaus Deutsche Wildtier Stiftung

Feldmaus Deutsche Wildtier Stiftung


Feldmaus aktuelle News und Informationen

Feldmaus aktuelle News und Informationen


Eine Feldmaus in ihrem natürlichen Lebensraum,

Eine Feldmaus in ihrem natürlichen Lebensraum, die an einer


Wie alt werden Terrier Lebenserwartung im

Wie alt werden Terrier Lebenserwartung im Überblick


Die Feldmäuse Die Feldmäuse added a

Die Feldmäuse Die Feldmäuse added a new photo.


Feldmaus Deutsche Wildtier Stiftung

Feldmaus Deutsche Wildtier Stiftung


Wie Wird Man Feldmäuse Los? Die

Wie Wird Man Feldmäuse Los? Die 8 Besten Lösungen! Pet YOLO


Häufige Arten Laendlemaus Kleine Tiere im

Häufige Arten Laendlemaus Kleine Tiere im Laendle

Faktoren, die die Lebensdauer einer Feldmaus beeinflussen Eine Vielzahl von Variablen bestimmt, wie alt eine Feldmaus letztlich wird. Die wichtigsten Faktoren lassen sich in Kategorien einteilen: Umweltbedingungen, Nahrung, Gesundheit, Räubersicht und genetische Veranlagung.. Wie alt wird eine Feldmaus in Gefangenschaft oder in kultivierten Lebensräumen? In Gefangenschaft oder in kontrollierten Umgebungen – etwa in Bauernhöfen, Zoos oder privaten Haustierhaltungen – kann die Feldmaus deutlich älter werden als in der freien Natur.