„Form Follows Function greift zu kurz – und hat immer zu kurz gegriffen. Was für eine eiskalte, langweilige Welt wäre es, wenn nur, was funktional überzeugt, richtig wäre – es sind doch gerade die kleinen Brüche, die liebenswert sind: Einen Menschen mit einem völlig symmetrischen Gesicht finden wir hübsch, aber nicht schön.. Die Form sollte also nicht nur schön sein, sondern auch einen Zweck erfüllen. Ein gutes Beispiel für „Form Follows Function” ist ein Messer. Das Design eines Messers muss so gestaltet sein, dass es seine Funktion erfüllen kann – das Schneiden von Lebensmitteln oder anderen Materialien.
Der Ausdruck Form follows function (englisch für: ‚Form folgt Funktion‘, im Deutschen oftmals auch als vollständiger Satz „Die Form folgt der Funktion“ gebraucht) (FFF) ist ein Designleitsatz insbesondere aus dem Produktdesign und der Architektur. Die Gestalt (äußere Form) von Gegenständen soll sich dabei aus ihrer Funktion oder ggf. ihrem Zweck ableiten; im Gegenzug kann man nach Abschluss der Formgebung aus der Form des designten Gegenstands gegebenenfalls auf dessen Funktion bzw. Zweck rückschließen.
Unter Vertretern bzw. Anhängern dieses Grundkonzepts lassen sich grob zwei Hauptrichtungen unterscheiden, ob nämlich die Befolgung dieses Leitsatzes in Architektur oder Design die Verwendung rein verzierender, also nicht der praktischen Funktion dienender Mittel ausschließen soll oder nicht.
Entstehung
Erstmals genannt wird der Terminus von dem amerikanischen Bildhauer Horatio Greenough, der schon 1852 im Zusammenhang mit den organischen Prinzipien der Architektur von form follows function spricht.
Der Begriff wird kurze Zeit später in der Architektur aufgegriffen und ist Teil eines berühmten Ausspruchs des amerikanischen Architekten und Hauptvertreters der Chicago School, Louis Sullivan, eines der ersten großen Hochhausarchitekten. Die Fassaden vieler früher Hochhäuser waren vollständig ornamentiert worden.
Der Ausspruch kommt noch ein weiteres Mal in Sullivans Aufsatz vor:
Sullivan fordert damit keinen Verzicht auf Schmuck oder Ornamente, da zum Beispiel bei Repräsentationsbauten auch Zierrat ein funktionales Element sei. Auch Ästhetik und Symbolik selbst haben eine Funktion, insbesondere wenn es um Wohnraum für Menschen geht. Für Sullivan waren der Mensch und die Architektur untrennbar miteinander verbunden:
Mit diesem Zitat wird die Reduzierung der Architektur auf die Begriffe “Form und Funktion” aufgehoben, denn ein Gebäude kann nicht dem Menschen ähneln, sondern nur dem Wesen nach wie er “sein”. Diesen Begriff der “Wesenheit”, oder “Essenz” führt Julius Posener ein, um zu beschreiben was Sullivan gemeint hatte: “Die Form solle nicht mehr der Funktion (der Nutzung), sondern dem Wesen folgen (nämlich der Aufgabenstellung, wobei die Nutzung nur ein Teil ist), bzw. dieses abbilden und ihm dienen, also etwa: form follows essence“.
Bauhaus
Das Bauhaus interpretierte, anders als Sullivan, den Gestaltungsgrundsatz „form follows function“ als „Verzicht auf jegliches Ornament“. Kritiker wie Adolf Loos erhoben jedoch bereits damals den Einwand, dass auch eine („ornamentfreie“) überdimensionierte Glasfassade eines Hochhauses ohne praktischen Nutzen eine Art Ornament sei. Besser als in der Architektur zeigt sich der Einfluss von „form follows function“ in den am Bauhaus entwickelten Produkten. Der Einsatz neuartiger Werkstoffe und Technologien in den Werkstätten des Bauhauses eröffnete in der Entwicklung von Alltagsgegenständen oftmals revolutionäre Perspektiven – nicht zuletzt auch unter ökonomischen Gesichtspunkten – in der Gestaltung von Gebrauchsgegenständen aller Art, von der Lampe bis zur Architektur.
Ein Beispiel für ein Design-Produkt des Bauhauses, das dem Leitsatz Form follows function folgt, ist die Bauhaus-Leuchte von Wilhelm Wagenfeld und Carl Jakob Jucker.
Literatur
- Louis Sullivan: The tall office building artistically considered, 1896.
- Donald Drew Egbert: The Idea of Organic Expression and American Architecture. In: S. Persons (Hrsg.): Evolutionary Thought in America. Yale University Press, New Haven 1950.
- Henry Petroski: The Evolution of Useful Things: How Everyday Artifacts – From Forks and Pins to Paper Clips and Zippers – Came to be as They are. 1992, ISBN 0-679-74039-2.
- Susan Lambert: Form Follows Function? Design in the 20th Century. Victoria & Albert Museum, London 1993.
- Jan Michl: Form follows WHAT?, 1995.
- Bruce Deitrick Price: Form follows function? Actually, no (Memento vom 11. März 2010 im Internet Archive).
- Elisabetta di Stefano: Form follows function? misunderstanding and value of a Sullivan’s concept. In: Wolkenkuckucksheim. Band 17, 2012, ISSN 1430-8363, S. 38–44 (cloud-cuckoo.net [PDF]).
- Hermann Sturm: Die Tücke der Funktion. Klartext-Verlag, Essen 2005, ISBN 3-89861-500-6.
Einzelnachweise
Architectural Form Examples How Shape Defines Function
PPT Form Follows Function PowerPoint Presentation, free download ID
Form Follows Function PDF Aesthetics Science
Form Follows Function on Behance
Form Meets Function Principles for Great Architectural Design
Product Examples Of Form Follows Function at Samantha Sternberg blog
The Essence of Form Follows Function
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Function Follows Form YouTube
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Form follows function deutsch Design & Wohlbefinden
Form Follows Function in Architecture YouTube
Theory in Architecture Form Follows Function RTF
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PPT Elements of Design PowerPoint Presentation, free download ID
Form follows function? erklärung, Form Follows Function im digitalen
Form Follows Function Quote Form Follows Function. Louis Sullivan
Form follows function (Deutsch: Die Form folgt der Funktion). Gestaltungsleitsatz aus Design und Architektur, der beinhaltet, dass die Form sich aus der Funktion erschließt. Der Begriff ist Teil eines berühmten Zitats des amerikanischen Architekten Louis Henry Sullivan.. Form follows function Der Ausdruck „Form follows function” gilt als einer der bekanntesten Leitsätze der modernen Architektur und des Designs. Übersetzt bedeutet er: „Die Form folgt der Funktion” – also, dass die Gestalt eines Objekts oder Bauwerks aus seiner Nutzung und seinem Zweck heraus entstehen soll.